So klappt es mit den guten Vorsätzen

Bibi Horst gibt Tipps, damit Vorsätze auch endlich gelingen.

So klappt es mit den guten Vorsätzen

Ein neues Jahr ohne gute Vorsätze ist möglich aber irgendwie auch etwas langweilig…

Immer wieder kurz vor Neujahr stürzen wir (etwa ein Drittel aller Deutschen) uns dann in die spannenden und waghalsigen Gewässer der Traumwelt und versuchen dann die darauffolgenden 365 Tage schwungvoll auf diesen Wellen zu reiten und ja nicht in den Fluten zu ertrinken.

Begleitet werden wir dabei von rosigen Aussichten und ambitionierten Hoffnungen aber genauso auch von Schweinehunden, Ausreden, Frust, Rückfällen und Resignation.

Warum die Vorsätze immer jetzt kurz vor dem Jahreswechsel?

Vielleicht ein signifikantes Zeichen dafür, dass wir schlichtweg unzufrieden in und mit manchen Belangen unseres Lebens sind?

Vielleicht weil wir längst verstanden haben, dass Veränderung nur durch Verändern erreicht werden kann?

Vielleicht weil es nichts Schöneres und Befriedigenderes gibt für unsere Seele als deren Fütterung mit verheißungsvollen Vorher-/Nachherbildern?

Vielleicht weil es der perfekte Zeitpunkt ist, um nach einem anstrengenden und auch nicht immer optimal gelaufenen Jahr und den üppigen Weihnachtsessen, einen uns glücklich stimmenden Blick in den Spiegel der Zukunft zu wagen?

Vielleicht weil die überzeugende Deadline 1.1. (neues Jahr neues Glück!) auch unsere inneren Skeptiker zum Schweigen bringt?

Uns vielleicht einfach die sonnigen Ausblicke nach nicht selten auch verregneten Rückblicken viele Endorphine bescheren?

Oder vielleicht einfach nur ganz nach dem Motto: ‚Nur ein neues Jahr mit guten Vorsätzen wird auch ein erfolgreiches Jahr…‘

Auf ins neue Traumjahr

Noch in müder Katerlaune geht es dann am Neujahrstag an die Arbeit:

Ganz gleich ob Traumbody oder neuer Traumpartner, das vor Gesundheit nur so strotzende Blutbild, digitales Detox, der überfällige Mut zum Karrieresprung, das einstellige Hcp im Golf, mehr soziales Engagement oder Zeit für Familie und Freunde…
Jetzt wird die an Weihnachten akribisch erstellte Liste unserer guten Vorsätze tatkräftig in Angriff genommen.

Und was macht mehr Spaß als ein Neuanfang, vor allem in Lebensbereichen, die uns bisher noch nicht überzeugen konnten aber sicher bald überzeugen werden…

Das Gehirn ist schuld – Warum Vorsätze fürs neue Jahr scheitern

Bei über 50 Prozent unter uns scheitern die Neujahrsvorsätze bereits in den ersten drei Monaten…

Aber warum ist das nur so verdammt schwer, unsere mit Bedacht oder sogar unter Leidensdruck verfassten Vorsätze dann auch in aller Konsequenz umzusetzen und nicht schon bei den ersten Hindernissen aufzugeben?

Hierzu hat die Hirnforschung herausgefunden, dass es, um einen Vorsatz wirklich umzusetzen, einer gewissen Willensstärke bedarf.
Die ist in der Großhirnrinde direkt hinter der Stirn lokalisiert, dem so genannten präfrontalen Kortex.

Diese Gehirnregion ist aber nicht nur für unsere Willensstärke allein zuständig, sie ist auch am Kurzzeitgedächtnis, an der Fähigkeit sich auf etwas zu fokussieren und an der Lösung abstrakter Probleme beteiligt und wahrscheinlich noch an vielem mehr.
Der präfrontale Kortex ist also ziemlich busy bei uns Menschen.

Und je beschäftigter er ist, umso weniger Zeit hat er, sich um unseren starken Willen zu kümmern.
Unsere Disziplin, wie allgemein angenommen, hat damit primär gar nichts zu tun.

Wie trainiere ich aber meine Willenskraft?

Professor Roy Baumeister, ein Psychologe der Florida State University, sieht Willenskraft wie eine Art Muskel, der mit gezieltem Training gestärkt werden kann.
Am besten, in dem wir uns bewusst immer wieder aus der Komfortzone bewegen und wiederholt Dinge tun, die uns eine gewisse Überwindung kosten und für die wir körperliche Selbstkontrolle benötigen.
Funktioniert auch im Kleinen, ob mit der ‚falschen‘ Hand schreiben, rückwärts gehen oder ein Buch auf dem Kopf lesen.
(Hier ein Link zu einem interessanter Artikel zu diesem Thema.)

Passend dazu hat Kelly McGonigal, eine amerikanische Psychologin und Autorin, die in den letzten Jahren durch ihre Vorträge bei TED und Google Talks bekannt geworden, folgende Tipps gegeben:

Verbessere deinen Schlaf und meditiere!
Es ist bewiesen, dass sich der Bereich im Gehirn, welcher verantwortlich ist für das Merken unserer Ziele und Werte, vom Schlaf beeinflussen lässt.

Sei nicht so streng mit dir! Je härter du mit dir selbst bist und dich bestrafst, wenn deine Willensstärke nicht ausgereicht hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass du beim nächsten Mal demotiviert wieder versagst.

Trete mit deinem zukünftigen Selbst in Kontakt!
Je mehr du dich akzeptierst und mit dir selbst identifiziert, desto öfters triffst du Entscheidungen, die zu Dir auch passen und so langfristig Profit bringen werden.
Versuche auch Rückfälle und Scheitern zu akzeptieren und aus ihnen zu lernen!

Trainiere deine Toleranzgrenze! Die Menschen, die ihre Emotionen und unangenehmen Situationen besser im Griff haben, tendieren dazu, langfristig ihre Ziele zu erreichen. Achte also genau auf dein Körpergefühl und lerne das unangenehme Gefühl auszuhalten.

Vorsätze und Pläne halten mich fit und jung

Mir und meinem Alltag verleihen Vorsätze und Ziele wichtige Inhalte, Strukturen aber auch Richtungen, stärken zudem meinen Optimismus und sind mein bestes Anti-Aging.

Etwas zu planen und umzusetzen aber auch persönliche Herausforderungen anzunehmen, schafft mir Befriedigung und zeigt mir deutlich, zu was ich im Alter noch alles in der Lage bin.
Und hier geht es nicht nur um berufliche Projekte, eine neue Hauseinrichtung oder das einstellige Hcp im Golf.

Vielmehr auch um die Art der proaktiven Lebensführung, dem Mut zur Veränderung, dem Sieg über meinen Schweinehund und der Erfüllung von längst überfälligen Wünschen.

Meine Strategie zum erfolgreichen Umsetzen von Vorsätzen

Hier ein paar meiner ureigenen Erfolgsstrategien:

*Ich ersetze in meinem Kopf erstmal den Begriff Vorsatz durch Ziel und verleihe ihm so mehr Wichtigkeit und Anspruch ans Gelingen!

*Dann lasse ich das Jahr Revue passieren und stelle an mich konkrete Fragen, die ich schriftlich beantworte, wie: „Was war schön, was war nicht schön?, Was/Wer hat mich bereichert, was/wer dagegen belastet?, Woran möchte ich festhalten und kultivieren oder lieber loslassen?, Was habe ich vor und was sind meine Erwartungen ans neue Jahr?“…

*Ich unterscheide vage Wünsche und Träume oder kurzweilige Frustgedanken von konkreten Vorhaben und ernstzunehmenden Zielen und verfolge auch nur letztere dann als Vorsatz.

*Ich gehe in mich, um herauszufinden, hinter welchen Vorsätzen entweder ein besonderer Leidensdruck oder ein echter Plan steht.
Denn sind die 
vorgenommenen Ziele nur halbherzig dahergesagt und oder passen nicht zu meiner Persönlichkeit, sind sie von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

*Dann tauche ich in die Details meiner Vorhaben ein, um mir den Weg dorthin realistisch vor Augen zu führen.
Nicht selten wird mir dabei bewusst, dass mein Ziel zu ambitioniert ist oder ich für die dafür erforderlichen Anstrengungen nicht bereit bin.
So werden manche Vorsätze gestrichen oder auf ein realisierbares Maß zurechtgestutzt.

*Ich setze mir wohlwollende Zeitfenster,  in denen ich meine Vorhaben auch umzusetzen in der Lage bin und trage diese konkret in den Kalender ein.
Dabei sind ermutigende
 Etappenziele viel motivierender als ein zu weit entferntes Endziel.
Auch belohne ich mich gerne bereits für erste kleine Erfolge.

*Nun werden schon vor dem Jahreswechsel unwiderrufliche Termine fixiert und bezahlt, deren Missachtung mir richtig weh tut…
Wie ein teures!!! Abonnement im Fitnessstudio für 2 Jahre bindend (billig oder mit kurzer Laufzeit wäre nicht zielführend), die Buchung einer dreiwöchigen Fastenkur oder die Mitgliedschaft und Einlage in einem gemeinnützigen Verein.

*Meine Vorsätze mit anderen zu teilen ist für mich ein wichtiger Weg zum Erfolg, ob als Kontrolleur, Mitstreiter oder Verbündeter.
Gemeinsam sind wir stärker und Kneifen oder gar Aufgeben wäre ein Gesichtsverlust!
Eine Fastenkur oder das regelmäßige Joggen zu zweit macht mehr Spaß und beugt Ausreden vor.
Genauso ist die Umstellung auf gesunde Ernährung oder Alkoholpausen im Familienverbund viel effizienter und nachhaltiger umzusetzen.

Bibi Horst gibt Tipps, damit Vorsätze auch endlich gelingen.

*Genauso baue ich mir feste Rituale mit konkreten Terminen im Kalender ein, ob für Sport, digitales Detox oder Freizeiten mit Familie und Freunden. 

*Ich führe mir unverblümt meine eventuellen Schweinehunde vor Augen und überlege mir Strategien, diese in schwachen Momenten zu überlisten.
So schließe ich unsere Süßigkeiten in den ‚food safe‘, dessen Code nur mein Mann kennt :-), um meiner nächtlichen Schokoladen-Nascherei einen Riegel vorzuschieben.

 

*Der für mich wichtigste Punkt zum Schluss:
Ich visualisiere regelmäßig und anschaulich das zu erreichende Ziel.

So wird mein Unterbewusstsein manipuliert, indem ich es mit dem erreichten Resultat bereits vorab füttere.
Angelique Kerber berichtete übrigens nach ihrem Wimbledonsieg, dass sie sich bereits Jahre zuvor abends im Bett immer wieder diesen Sieg visualisierte und sich auf diesem Siegertreppchen mit Pokal in der Hand sah.

Was sind meine ganz persönlichen Vorsätze für 2023?

Sicher an erster Stelle klar definierte digitale Auszeiten, weniger Multitasking und mehr Achtsamkeit im Hier und Jetzt.
Für mich als sehr aktiver Mensch und Blogger eine schwere Herausforderung und nur erreichbar mit viel Einsicht, Selbstkritik und auch mit Hilfe meines Mannes als Sparringspartner und auch manchmal wohlwollendem Ermahner.

Weiter freue ich mich, von nun an monatlich den Tierschutz München zu unterstützen und bin weiterhin stolz über die Fortschritte meines Patenkindes bei Plan International.

Auch mein seit der Schulzeit vernachlässigtes Englisch wird reaktiviert, auch hier ist schon ein längerer Aufenthalt in London in Umsetzung.

Definitiv öfters meine To Do Liste durch meine Bucket List zu ersetzen und mir, zusammen mit Famili den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen.

Und vor allem möchte ich weiterhin glücklich zu sein… Und Glück und Zufriedenheit (vor allem im zunehmenden Alter) fallen nicht vom Himmel, sondern bedeuten täglich harte Arbeit.

 

Und was sind Eure Vorsätze fürs kommende Jahr?

Oder gehört Ihr vielleicht zu den wenigen Menschen, die einfach rundum mit sich und dem Leben zufrieden sind und deren einziger Vorsatz fürs kommende Jahr ist, genauso weiterzumachen wie bisher?

Oder handhabt Ihr es lieber lässiger, wie der gute Erich Kästner es hier in seinem wunderbaren Gedicht beschreibt?

 

In welchem Sinne auch immer wünsche ich Euch einen guten Rutsch und ein gesundes, glückliches und spannendes 2023.

Eure Bibi

p.s.

 

Zufällige Werbung ist rein privater Natur!!

Hinweis

Derzeit wird die Kommentarfunktion überarbeitet. Bis auf Weiteres sind daher keine Kommentare möglich. Ich freue mich aber über Feedback an info (at) schokoladenjahre (Punkt) com.