Mein Weihnachtswunder…

Gestern Abend, auf dem Weg zu Alfons Schuhbeck’s Weihnachtsessen, lief ich in der Münchner City an einem Schaufenster vorbei, wo diese Message auf einem kleinen Zettel geschrieben stand:

‚What happens under the misteltoe, stays under the mistletoe’…

Fasziniert von der Einfachheit

Ich blieb stehen und las sie immer wieder und wieder, fasziniert von der Einfachheit dieser Worte, aber genauso auch von der so feinen und liebevollen Schaufenster Dekoration eines Juweliers, ganz in weißem Filz gehalten.

Beim Vorbeilaufen bemerkte ich sie sofort, denn bei all dem auffälligen Lichtermeer, jetzt zur Weihnachtszeit auf der Maximilianstraße, bestachen gerade diese Fenster durch zarten und eleganten Minimalismus.

Diese Kunst des Weglassens, genauso die künstlerische Fertigkeit, wie das Tutu aus weißem Filz, wirkten auf mich anmutend, elegant, und auch irgendwie zeitgemäß.

Klimafreundliches Schaufenster

Es kamen mir die vielen vorangegangenen Klimadebatten in den Sinn und vielleicht gerade dadurch sensibilisiert, fand ich so viel Gefallen an diesem ‚Weniger‘ und empfand es für mich persönlich plötzlich als ein ‚Mehr’…

Ich war spät dran und musste mich leider von den Schaufenstern lösen, doch immer wieder gingen sie mir durch den Kopf.

Ich lief bis zum Restaurant an lautem Jingle Bell und viel Bling Bling vorbei, einer grölenden Männertruppe mit roten Weihnachtsmützen und einem, mit ganz vielen bunten Glühbirnen, dekorierten Auto.

Je mehr ich davon wahrnahm, je öfter musste ich an meine weißen leisen Schaufenster denken.

Mein Gefühl von Weihnachten in diesem Jahr

Es war ein wunderbarer Abend bei Alfons und vielleicht lag es am vielen guten Essen, dass ich in der Nacht nicht schlafen konnte.

Immer wieder kreisten meine Gedanken um diese Schaufenster und das mal etwas ‚Weniger Weihnachten’…

Bevorzugte ich noch in jüngeren Jahren auch zuhause die aufwendigen Weihnachtsdekorationen, schätze ich, je älter ich werde, eher die zurückhaltende Festlichkeit.

Gerade mit Lichtern, vor allem auch am Weihnachtsbaum, gehe ich sparsam um und sehne mich eher nach den leuchtenden Flammen einiger echter Kerzen im Raum verteilt und nach dem knisternden Feuer im Kamin.

Bedürfnis nach Ruhe

Vielleicht überkommt mich an diesem Weihnachten auch ein so extremes Bedürfnis nach Ruhe und Besinnung, weil mein Medien Alltag so bewegt und bunt geworden ist.

Doch auch privat blicke ich auf ein sehr ereignisreiches Jahr 2019 zurück, mit Höhen, aber vor allem leider auch vielen Tiefen.
Trotzdem bin ich dankbar, doch wünsche ich mir nichts mehr, als dass nun wieder Ruhe in mein Leben kehrt, um mental mein gewohntes Gleichgewicht zurück zu erlangen.

Mein Tanz 

Es ist Sonntag und der 4. Advent, übermorgen ist Heilig Abend.

Ich ziehe meinen dicken Mantel und meine bequemen Fellstiefel an und mache in leichtem Nieselregen einen Spaziergang auf die Maximilianstraße.
Wie ein Magnet zieht es mich, wie gestern, wieder hin zu den weißen Schaufenstern des Juweliers.

Ich bleibe davor stehen und schaue erneut andächtig durch die großen Glasscheiben auf die schlichten Auslagen.
Plötzlich fange ich im Geiste an, im weißen Tutu und nach den Klängen von Tschaikowskys Schwanensee, kleine Pirouetten zu drehen und lasse dabei voller Muße dieses ausklingende Jahr Revue passieren.

Wunder geschehen zu Weihnachten

Und dann passiert ein kleines Wunder…

Die gleichmäßigen und immer schneller werdenden Drehbewegungen meines Tanzes holen tief aus meinem Inneren all meine alten Sorgen hervor und schleudern sie weit weit weg von mir.

Wie von Geisterhand überkommt mich nun ein zaghaftes Kribbeln und mein Körper wird warm und wohlig durchflutet.
Erneute Schwingungen, diesmal aber gezielt in meine Richtung, verleihen mir plötzlich ganz viel Zuversicht, Lust auf Veränderung und Mut für Neues.

Ich lasse es alles mit mir geschehen, schaue weiter gebannt in die weißen Schaufenster und langsam formen sich meine mittlerweile fast blau erfrorenen Lippen zu einem glücklichen Lächeln.

Just in diesem Moment fällt mir von oben etwas auf den Kopf und erst jetzt bemerke ich, dass ich unter einem Vordach stehe und über mir ein dicker Mistelzweig hängt, von dem sich ein vertrocknetes Blatt gelöst hat.

‚What happens under the mistletoe, stays under the mistletoe’…

denn mein kleines Weihnachtswunder würde mir eh niemand glauben, dem ich davon erzähle!

 

 

Frohe und Wunder-volle Weihnachten Ihr Lieben,

Eure Bibi

 

p.s.

Ich schicke Euch aus weiter Ferne eine Handvoll Zaubersterne
und
sie begleiten Euch alle sachte und leise, auf Eurer wundervollen Weihnachtsreise…

 

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