Wie vermeide ich Fehlkäufe in der Mode?

Nichts ist ärgerlicher, als ein modischer Neuerwerb, der nachher kaum getragen bis ungetragen nur Platz im Kleiderschrank wegnimmt und jedes Mal bei dessen Anblick ein schlechtes Gewissen einflößt.

Zielsicherer Geschmack

Mir wird ein zielsicherer Geschmack nachgesagt und vielleicht traut man mir deshalb diese Schrankleichen eher nicht zu.
Stattdessen werde ich immer wieder von lieben Leserinnen gebeten, mal allgemein über Fehlkäufe und dessen mögliches Verhindern hier auf meinem Blog zu berichten.

Meine Tipps zum Verhindern von Fehlkäufen in der Mode

Gestern kam dann noch eine gute Freundin zu mir und berichtete verzweifelt von einem sehr teuren Kleid, das sie sich für eine Hochzeit gekauft hat, aber im Nachhinein damit total unglücklich ist.

So bekam ich doppelt Lust, mal darüber zu berichten…

Zur Vorbereitung auf dieses Thema habe ich mir so meine Gedanken gemacht und diese Tipps kamen dabei raus:

Prävention…

Ja Ihr habt richtig gelesen, wer zu Fehlkäufen neigt, arbeitet am besten schon im Vorhinein mit präventiven Maßnahmen.

Vorbeugen statt unnötig Geld ausgeben, hier dazu ein paar meiner Ideen:

*Den Kleiderschrank so sortieren, dass ich direkt einen Überblick über mein bereits vorhandenes ‚Sortiment‘ habe, am besten übersichtlich gehängt nach Warengruppe und Farbe.

Einen 2. oder 3. Kleiderschrank, ausgelagert in anderen Zimmern oder im Keller, würde ich eher verhindern, denn damit verliere ich nur unweigerlich die Kontrolle über den Altbestand.

Die tägliche Konfrontation mit der Quantität und Qualität hilft bei der Übersicht, Planung und persönlichen Maßregelung der eigenen Garderobe.

*Selbstkritische Analyse der bisherigen Fehlkäufe.

Bei einem Kaffee auf der Terrasse einfach mal ehrlich und selbstkritisch in uns hinein horchen, wann und wie genau solche Fehlkäufe am häufigsten passieren:

-In welchen Situationen?
-Mit welcher Shopping Begleitung?
-In welchen Geschäften?
-Eher reguläre oder Sale Ware?
-Mit Verkäuferin oder ohne?
-Zuhause oder im Urlaub?
-Wenn ich etwas ganz Spezielles suchte oder einfach bei Lustkäufen?
-Eher Anfang des Monats(Gehalt auf dem Konto) oder egal wann?
-Mit Zeit und Muße oder unter Druck?
-Folgte ich Trends oder meiner Intuition?
-Wenn ich jemanden etwas nachkaufen wollte?
-War ich mir sicher oder unsicher beim Kauf?
-Ließ ich mich zuhause vom Mann/Kindern im Nachhinein beeinflussen?
…usw.

Was mache ich mit diesem Wissen und welche Vorkehrungen treffe ich dann?

*Das A und O bei der Verhinderung von Fehlkäufen ist vor allem das Wissen und die Sicherheit um den ureigenen Stil.
Mir meiner eigenen Stilrichtung bewusst sein und nicht irgendwelchen gerade aktuellen Trends nachrennen, spart viel Geld und Nerven.

*Nur mit sehr kritischen und ehrlichen Shoppingberaterinnen losziehen, vielleicht auch besser ganz alleine… so mache ich es meistens. Ab und zu kommt auch meine Tochter Valentina mit!
Nicht selten staubt sie bei diesen Shoppingtripps auch ab, wie hier den Mantel, den ich gleich zweimal kaufen musste…

*Möglichst nicht unter Druck oder last minute für einen ganz bestimmten Anlass kaufen,
dies gelingt selten und wird meist ein Notkauf mit teurem Fehlkaufpotentional.
Lieber überlege ich mir für diese Gelegenheit ein alternatives Outfit, das bereits vorhanden ist… warum nicht auch ein Kleid zum zweiten Mal tragen, der Imageschaden ist überschaubar.

*Sale Käufe vermeiden oder zumindest dabei sehr reflektiert vorgehen,
denn oft werde ich nur vom Schnäppchen Preis, aber nicht von der Notwendigkeit, geleitet und verführt.

*Nachkaufen, was andere haben, lieber vermeiden.
Es schafft nur Frust, denn es steht mir nie so gut, wie der anderen, und aussehen wie die andere, möchte ich ja irgendwie auch nicht.

*Vielleicht erst Vorhandenes ändern, statt Neues zu kaufen?
Kragen ab, kürzen, taillieren, neuen Gürtel… bewirkt oft Wunder, ich spare viel Geld, bin kreativ und nachhaltig ist es auch noch.

*Erst Doppeltes und Dreifaches verkaufen und verschenken,
bevor ich wieder vergleichbar zuschlage.
Regelmäßig konsequentes Ausmisten im eigenen Kleiderschrank schafft Über-und Durchblick.

*Nicht als Motivator für eine überfällige Diät kaufen,
oft erreiche ich das Gewicht nie oder wenn dann endlich, habe ich auf dieses Teil vielleicht keine Lust mehr oder es passt immer noch nicht richtig.

*Lieber seltener und wertiger kaufen,
es ist nicht nur nachhaltiger, sondern macht mir meist auch viele Jahre mehr Freude als die Massenware.

*Um Geschäfte einen großen Bogen machen, in denen schon mehrfach Fehlkäufe stattfanden
meist liegt es am enormen Verkaufsgeschick der Inhaberin, die über Service und Freundschaft gezielt und sicher mit löblicher Absicht meine Tüten füllt.

*Vorsicht walten lassen beim Urlaubsshopping…
Endlich ist Zeit und auch mal der Mann dabei.
Doch in diesem sentimentalen rosa Wölkchen Feeling geht mir meist der kritische Durchblick verloren, sei es auf die Ausgaben wie die Inhalte, denn was perfekt nach Ibiza oder zum Pferderennen nach Ascot passt, ist vielleicht für Köln oder München weniger geeignet.

*Vorab eine reale ‚To Buy’Liste erstellen,
mit den Teilen, die mir wirklich (schon lange und nicht aus einer schnellen Kauf- oder ‚ich will auch haben‘-Laune heraus) fehlen oder gefallen würden.

*Vorher Blick aufs Konto und mit Budgetvorgabe shoppen,
schafft Klarheit und weniger schlechtes Gewissen.

*Ungestylt shoppen gehen,
denn je aufgebrezelter ich beim Stadtbummel bin, desto besser steht mir (leider) alles.
Also vielleicht bei unerwünschten Geldausgaben einfach mal schlicht und wie Gott mich schuf losziehen, hilft definitiv… Kleiner Scherz mit Wahrheitsgehalt!

Im Shopping Rausch, was dann?

Einmal im Shopping Rausch, ist Disziplin und Achtsamkeit angesagt.
Hier kann dann nur noch helfen:

*Aufdringliche Verkäuferinnen rigoros besser nicht in die Auswahl mit einbeziehen.

*Nur bar bezahlen, dabei werden meine Ausgaben spürbarer und realer.

*Nie in psychischen Tiefs Shoppen gehen,
außer es ist Teil meines selbst auferlegten Therapieprogrammes (Schokolade ist billiger).

*Ansichten oder Rückgaben aushandeln, dann kann ich darüber schlafen und das neue Teil mit dem restlichen Kleiderschrank abgleichen.
Hier genießt der Online Kauf natürlich große Vorteile.

*Anschaffung im Geiste immer im Kontext sehen.
Wie kombinationsfreudig ist das neue Teil der Begierde und besitze ich auch den Rest fürs komplette Outfit ohne weitere Zusatzkäufe?
Sind diese jedoch von Nöten, lasse ich besser die Finger weg!

*Gerade bei Designer Teilen eher die schlichtere und vielseitiger kombinierbare Variante wählen.
Diese bleibt lange Jahre aktuell, dagegen die sehr extravaganten und zu modischen Stücke ziehe ich schon aufgrund des hohen Wiedererkennungswertes, selten an.

*Achtung bei Champagner Talks im Geschäft!
Macht natürlich riesig Spaß, auch mit ganz vielen Freundinnen, doch ich werde willenloser und das nasse Prickelnde könnte für mich ein desillusionierender Skonto-Tropfen auf meinem steinigen Konto werden.

 

*Bei Urlaubskäufen die Standort Kompatibilität checken,
hat das teure Après Ski Outfit wirklich Sinn, wenn ich in Köln wohne und es ein einmaliger Urlaub in St. Moritz war???

*Bin ich unsicher, anziehen und fotografieren statt kaufen,
zur Not erstmal zurücklegen lassen.

*Passend zur Jahreszeit kaufen,
sonst ändere ich noch meine Meinung/Geschmack, bis die Saison beginnt.

Hier musste es in Alassio letzten Sommer bei 45° unbedingt Mütze und Schal sein, gebraucht habe ich sie dann im Winter nie…

Doch schwach geworden, was tun zuhause, ich plaudere aus dem Nähkästchen?

Ich konnte doch nicht widerstehen, die Tüte ist voll und ich komme zuhause an, was tun?

*Trinke erstmal in Ruhe einen Tee.
-Dabei packe ich alles aus und lasse es vor meinem geistigen Auge Revue passieren.

Ich spüre in mich hinein und achte behutsam auf meine Emotionen,
eher innere Jubelsprünge oder nüchternes Abnicken beim Anblick des Neuerwerbes??

*Dann gehts zum Kleiderschrank und mit dem/den neuen Teilen stelle ich Looks zusammen.
Sind sie gut, mehrfach kombinierbar und erzeugen weiterhin Glücksgefühle, kommen sie mit Etiketten auf Bügel.
Die ohne oder mit wenig Kombinations-und Einsatzmöglichkeiten bleiben zur Strafe ebenfalls mit Etiketten in der Tüte. 

*Jetzt schlafe ich erstmal darüber.
Am nächsten Morgen muss ich wieder ran:
Ein letzter kritischer und verantwortungsbewusster Blick auf die Bügel, in die Tüte und vor allem ein Röntgenblick durch mein Herz in meine vielsagenden Augen.

*Dann schnell zurück in die Boutique zum Umtausch,
nur ja mit Scheuklappen an den Auslagen vorbei, damit das teure Spiel nicht wieder von vorne beginnt…

Gratulation

Über den Neuerwerb, der dann letztendlich zuhause bleibt, freue ich mich natürlich von Herzen.
Am liebsten feiere ich ihn dann mit meiner Einkaufsbegleiterin, wie hier mal mit meiner Freundin Zeliha, feucht fröhlich.

Wie vermeide ich Fehlkäufe in der Mode?

Vielleicht konnte ich Euch ja ein paar gute Tipps geben, aber auch ich bin, ehrlich gesagt, nicht ganz davon befreit…
Davon profitieren dann widerum Tochter oder Freundinnen, denn was des einen Leid, ist des anderen Freud, der Konsum Kreislauf des Lebens…

 

Eure Bibi

p.s. Ich kann nichts dafür, die Schuhe haben mit mir im Laden gesprochen und mich angefleht. Ich bin doch kein Unmensch!

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