Mit einem Auge sehe ich doppelt gut…

Bibi Horst By Posted on 3 Min. Lesezeit

Immer wieder muss ich mitfühlend lächeln, wenn meine Freundinnen riesige Schriften auf ihrem Handy eingestellt haben oder mit falschen Lebensmitteln nach Hause kommen, weil sie die Brille beim Einkaufen vergessen haben.

Sichtprobleme im Alter

Im Alter nehmen nunmal leider häufig die Probleme beim Scharf-Sehen zu, meist trifft dann die bereits bestehende Kurzsichtigkeit auf altersbedingte Weitsichtigkeit.

Oder eine akkurat ausgeglichene Kurzsichtigkeit, zum Beispiel beim Lasern der Augen, provoziert sogar das Entstehen einer Weitsichtigkeit.
Aber auch wenn nicht, treten bei optimaler Korrektur der Weitsichtigkeit halt leider Probleme beim Lesen auf.

Gleitsicht

In all diesen Fällen ist Gleitsicht, ob mit einer Brille oder Kontaktlinsen, meist eine passable Lösung.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, warum ich, zumindest was mich betrifft, nur von passabler Lösung spreche.

Es ist eine Optiker Kunst für sich, die Gleitsichtgläser wirklich so gleiten zu lassen, dass ich bei allen Bewegungen, beim Autofahren, Golfspielen oder bei der Computerarbeit wirklich auch gut lesen kann.

Bei mir war das Ergebnis mit Gleitsichtbrillen stets unbefriedigend, hatte aufgrund von Fehlhaltungen meines Kopfes sogar Nacken- und Kopfschmerzen zur Folge.
Mit den Gleitsicht Kontaktlinsen kam ich ebenfalls nur suboptimal zurecht.

Meine Augen

Ich bin vor 15 Jahren von -6.5 auf beiden Augen auf 0 gelasert worden, doch leider kam die Kurzsichtigkeit bei mir nach einigen Jahren zurück, auf jetzt stagnierenden -2.5 rechts und links.

Die behandelnden Ärzte rieten mir dann mit meinen damals 50 Jahren vom Nachlasern ab, um die daraus fast zwangsläufig resultierende Weitsichtigkeit zu vermeiden.

So kann ich wenigstens bis heute ohne Sehhilfe gut lesen.
Doch da ich ja die Kurzsichtigkeit ausgleichen muss, Gleitsicht sich bei mir nicht bewährt hat, war guter Rat teuer.

Nachteile einer Brille

Ich liebe Brillen, vor allem Statement Brillen, wie Ihr wisst, doch im Grunde trage ich sie nicht so gerne im Alltag.

Das hat funktionale Gründe, denn ich mache viel Sport, oft regnet es in Köln, beim Küssen und Flirten stören sie irgendwie auch und jetzt mit Mundschutz beschlagen sie ständig… um nur einige lästige Begleitumstände zu nennen ;-).

Liebe zu Kontaktlinsen

Ich liebe Kontaktlinsen und trage sie in unterschiedlicher Form seit ich 18 bin.

Mit altersbedingt abnehmender Tränenflüssigkeit bin ich dann vor Jahren auf Tageslinsen umgestiegen und komme damit sehr gut zurecht.
Sie sind zwar teurer, aber dafür extrem sauerstoffdurchlässig, hygienisch und pflegeleicht.

Zündende Idee mit nur einer Kontaktlinse

Als ich mit meinem Laser Spezialisten vor Jahren beriet, ob Nachlasern oder nicht, offenbarte er mir eine mögliche und recht seltene Alternative:

Ich könnte nur eine Kontaktlinse tragen mit etwas herabgesetzter Dioptrienzahl, in meinem Fall nun -0,75.
Ziel war, dass ich mit dem einen Auge dann gut weit sehen, während das andere Auge ungehinder lesen kann.

Probleme beim ‘monokularen Sehen’

Klingt toll, doch ich wurde direkt auf mögliche Nebenwirkungen, vor allem in den ersten Monaten, hingewiesen:

*Schwindel und Übelkeit

*Kopfschmerzen

*Probleme beim Treppengehen

*Müdigkeit

*Autofahrten… lange Zeit vermeiden aus Sicherheitsgründen

*keine absolut hundertprozentigen Ausgleich der Fehlsichtigkeit

… und einiges mehr.

Nur wer wagt, gewinnt

Doch ich war angefixt von der Idee und probierte es tatsächlich aus.

Vier Wochen waren wirklich schwierig und ich lebte mit ständigem Schwindel, häufigen Kopfschmerzen und Treppen wurden zu einer besonderen Herausforderung.

Doch nach dem überstandenen Horrormonat wurde es Tag für Tag besser und nach 6 Wochen waren die Probleme wie weggeblasen.

Meine Problemlösung! Monokulares Sehen!

Seitdem bin ich happy, kein Ärger mehr mit Gleitsicht und Brille.

Ich trage immer rechts (einmal für ein Auge entschieden, kann ich nicht mehr wechseln, denn mein Gehirn ist programmiert) die eine Linse und links eben keine.

Mit dem rechten Auge schaue ich problemlos weit, mit dem linken nah.

Nur für nachts, möglichst noch bei Müdigkeit und Regen, habe ich eine Weitsichtbrille immer im Handschuhfach meines Autos und trage diese dann gerne und verantwortungsbewusst.

Mit einem Auge sehe ich doppelt gut…

meine Freundinnen fanden die Idee interessant, vielleicht Ihr ja auch.

 

Eure Bibi

p.s. Manchmal muss man aber auch beide Augen schließen, um klarer zu sehen.

 

 

Was denkt ihr?

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12 Comments
  • Sabine Levonen
    Super.Biene
    Juni 24, 2020

    Liebe Bibi, ich habe mir vor sechs Jahren künstliche Linsen implantieren lassen. -14 und -9,5 waren davor meine Werte. Und nach zwei Wochen 100% Sehkraft. Leider bin ich mittlerweile wieder bei + 3,0 angelangt. Und ehrlich gesagt finde ich das Lesen nur mit Brille viel anstrengender. Deshalb überlege ich jetzt, mir noch ein Kamra-Inlay implantieren zu lassen. Das ist quasi ein eingebauter Autofokus. Funktioniert dann ähnlich wie bei Dir mit einer Kontaktlinse. Ich bin gespannt, was mir mein Augenarzt rät.

  • Heidemarie Völker
    Marie Völker
    Juni 24, 2020

    Liebe Bibi,

    Deinen Bericht nenne ich nun mal einen echten Zufall! (in Sinne von “mir fällt etwas Gutes zu”) – erst gestern war ich nach über zwei Jahren wieder mal bei einem Augenarzt, um über die Situation der Altersweitsichtigkeit zu sprechen, die Du so treffend beschrieben hast. Ich bin höchst kurzsichtig und trage seit meinem 14. Lebensjahr Kontaktlinsen; seit vielen Jahren benutze ich zu meiner höchsten Zufriedenheit harte Linsen, die auch noch meine Hornhautverkrümmung korrigieren. Doch nun, mit 51 Jahren merke auch ich, dass sich mein Körper darauf einstellt, neue Prioritäten zu setzen. Eine innere Gelassenheit entsteht und auch meine Augen möchten mit der wachsenden Lebenserfahrung weiter über den Tellerrand schauen. Eine neue Reiselust packt mich – bevor ich mich nämlich irgendwann zur Ruhe “setzen” möchte, ist es mein Ziel, möglichst viele Erinnerungen in meinem Gedächtnis zu speichern.
    Doch zurück zu meinen Augen – mein Augenarzt hat mir also gestern genau das empfohlen, was Du nun auch praktizierst, nämlich das monokulare Sehen. (Er macht das an Wochenenden auch – und nur wenn er in seiner Praxis ist, trägt er die Linsen so, dass er sehr gut auf die kurze Distanz sehen kann.) So werde ich mir also zwei Paar Linsen anfertigen lassen – eins für die Ferne und eins für die Nähe. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Erfahrungen mit dem monokularen Sehen.
    Herzlichste Grüße von Marie

  • Marianne Kälin
    Marianne Kälin
    Juni 24, 2020

    Seit Jahren wende ich monukleares Sehen an und bin happy damit. Da ich schon immer mit dem einen Auge besser in die Ferne sehen konnte, benutze ich das Andere für die Nähe. Bei mir klappte es von Beginn weh super. Seien Sie froh, dass sie durchgehalten haben. Daran scheitern die meisten Leute.
    Mit einer späteren grauen Star OP, könnten die verschiedenen Linsen definitiv eingesetzt werden.
    Liebe Grüsse

    • Alexandra Schurig
      Alexandra S.
      Juni 24, 2020

      Liebe Marianne,
      der Artikel von Bibi klingt sehr interessant, da mich dieses Problem auch schon lange beschäftigt. Nun geistert nur noch die Frage in meinem Kopf herum, ob ich damit auch Auto fahren kann. Es wäre sehr nett, wenn Sie mir hierzu vielleicht ihre Erfahrungen mitteilen könnten.
      Liebe Grüße
      Alexandra

      • Bibi Horst
        Bibi Horst
        Juni 24, 2020

        Liebe Alexandra, ich fahre damit tagtäglich Auto und es klappt wunderbar, Ausnahme nachts bei Nässe und Dunkelheit, lieben Gruß😘Bibi

      • Monika
        Juli 12, 2020

        Liebe Marianne
        Bei mir funktioniert das monokulare Sehen mit einer Kontaktlinse im linken Auge seit über 17 Jahren einwandfrei (RA
        100 %, LA – 3,5 dpt). Als die Alterssichtigkeit hinzu kam, wurde am linken Auge die Dioptrie um die Hälfte reduziert (eine absolut geniale Lösung) und sowohl in einer normalen als auch in einer Sonnenbrille wieder hinzugefügt. Wenn ich Auto fahre, setze ich diese Brille auf, habe am linken Auge zusammen mit der KL wieder meine 3,5 dpt und fühle mich im Strassenverkehr absolut sicher. Ich habe lediglich etwas Mühe mit dem Lesen des Navigationsgerätes (zu nahe) und muss mich da eher auf das Gehör verlassen.
        Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.
        Liebe Grüsse
        Monika

  • Rainer F. Kubbutat
    Rainer F. Kubbutat
    Juni 24, 2020

    Hey Bibi,
    EWIG nichts mehr von Dir gehört!

    Tipp vom wilden Skifahrer…
    Das mit den beschlagenden Brillen und Masken lässt sich mit einen klein Stückchen einfach Seife beheben, wie man sie in jedem einfach Hotelzimmer vorfindet und am besten mit nimmt, weil die eh nur im Müll landen, wenn geöffnet.
    Einfach damit die Brillengläser NACH DEM WASCHEN innen kurz abreiben und auspolieren und diese atomare Seifenschicht NICHT MEHR abwaschen –> Verhindert Beschlagen zuverlässig, wie eine Nano- oder Lotus-Beschichtung, nur halt viel billiger.

    Ansonsten hoffe ich mal, dass es Dir gut geht?

    Meld Dich mal, Rainer

    …dessen BLOGs Du verschlingen würdest…

  • A. Grunow
    Angela
    Juni 24, 2020

    Hallo, ich habe exakt das gleiche Problem und mag auch keine Brille tragen. Ich trage Monatslinsen (-3,0). Wieviel weniger Diop. sollte die einzelne Linse haben?
    Liebe Grüße Angela

  • rena.spain
    Juni 24, 2020

    Klingt interessant. Hatte vor 18 J. eine Monovision-Laserung und bin sehr damit zufrieden. Doch seit einigen Monaten habe ich Schwierigkeiten beim Lesen und muss das Gedruckte immer weiter weghalten. Mit Linsen habe ich keine Erfahrung und ehrlich, ich traue mich nicht, mir dieses Scheibchen ins Auge zu fuehren. Werde also bald wieder einen Augenarzt aufsuchen um wieder einen Adlerblick zu bekommen, womit auch immer.

  • Heike Sand
    Heike SAND
    Juni 24, 2020

    Liebe Bibi,

    ich kenne das Problem. Wie Du vor dem Lasern habe ich 6,5 Dioptrien für Kurzsichtigkeit, die ich allerdings mit Kontaktlinsen ausgleiche, und seit einigen Jahren benötige ich eine Lesebrille zusätzlich. Sie 2 Jahren bin ich auf Bifokal-Linsen umgestiegen und kann Deine Erfahrungen nur bestätigen: na ja, keinesfalls befriedigend.

    Deine Lösung ist sehr interessant und bestätigt die Aussage meiner Optikerin. Im Gegensatz zu Dir bin ich bei den Linsen geblieben, aber die eine Seite ist auf die Fernsicht ausgerichtet, die andere eher zum Lesen. Vor dem Lasern habe ich etwas Angst, denn ich fürchte, dass es mir geht wie Dir und ich nach einigen Jahren trotzdem wieder eine Lesebrille benötige.

    Außerdem muss ich beruflich sehr viel Auto fahren. Ich bi selbstständig und kann es mir leider nicht erlauben 4 – 6 Wochen aufs Fahren zu verzichten.

    Trotzdem finde ich Deine Erfahrungen sehr interessant und ich werde es auf alle Fälle im Hinterkopf behalten.

    Liebe Grüße aus dem Hintertaunus,

    Deine Heike

  • Heike Schnitzler
    Heike
    Juni 25, 2020

    Liebe Bibi, mir geht es exakt so wie Heike aus dem Taunus.

    Seit ich 10 Jahre alt bin -also schon seit 50 Jahren – trage ich Kontaktlinsen. Das brachte die Verschlechterung zum Stillstand.
    -6,5 Dioptrien und dazu seit ein paar Jahren eine Lesebrille.

    Aktuell quäle ich mich mit der Anpassung von Gleitsichtlinsen. Leider sind meine Augen dafür wohl nicht geeignet. Sie saugen sich immer an der falschen Stelle fest, sodass ich durch den Nahbereich in die Ferne sehe. Wir haben nun noch 1 mögliche Variante. Wenn das auch nicht klappt, steige ich wieder auf Einstärkenlinsen + Lesebrille um.

    Eine Laser OP alternativ macht bei mir keinen Sinn, da ich – wie jeder irgendwann – in ca. 5 Jahren sowieso eine Staroperation machen lassen muss. Ich hoffe, dass man dann die Kurzsichtigkeit korrigieren kann und alles wieder etwas einfacher wird.

    lieben Gruß Heike aus Düsseldorf

  • Delia Biermann
    Juni 25, 2020

    Ich trage schon seit Jahren die linke Kontaktlinse zum lesen und die rechte Linse für die Ferne. Da dies sehr gut funktioniert, habe ich dies nun auch für die Brille ausprobiert. Funktioniert auch. Ich besitze auch eine Gleitsichtbrille, war aber sehr teuer und nun kann man auch mal für kleines Geld wechseln. Ich bin 62 Jahre alt und hatte keine Probleme mit Eingewöhnung.

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Mit einem Auge sehe ich doppelt gut…