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Die aktuellen Artikel


6 Minuten Lesezeit (1223 Worte)

In der Sonnenstube der Schweiz ist die Welt noch in Ordnung.



Eingeladen von meiner Freundin Leo, verbrachte ich 5 Tage im Tessin, 'der Sonnenstube’ der Schweiz.

Wenn Engel reisen ?....und so erwartete mich ein unglaubliches Wetter für Mitte Oktober, mit durchweg wolkenlosem Himmel und Temperaturen bis 26°.

Kaum angekommen, schleppte mich Leo am Nachmittag auf das berühmte und jährlich stattfindende samstägige Kastanienfest in Ascona an der Seepromenade.

Von Leo's Wohnung, oberhalb von Ascona, hat man einen atemberaubenden Blick auf den See...

asconabericht.jpg


...dafür mussten wir aber im Schweiße unseres Angesichtes über 380 Stufen runterlaufen, um den Ortskern von Ascona zu erreichen.

  



An der Seepromenade erwartete uns ein mehr als reges Treiben, unzählige Touristen und Einheimische schoben sich am Ufer entlang und vorbei an den vielen liebevoll aufgebauten Verkaufsständen und dampfenden Maronikesseln.

  



Außer natürlich nach gebackenen Kastanien, duftete es auch nach verschiedensten anderen Köstlichkeiten der Region, wie geräucherten Schinken und Salamis, vielen Sorten Käse und dem legendären Nocino, ein Nusslikör aus dem Tessin.

Ich kaufte, wie immer wenn ich im Tessin bin, einige Gläser des ‚Pepe Valle Maggia’, ein besonderer frischer Pfeffer, der mit Wein und Likör beigesetzt wird und gekühlt gelagert ein köstliches Gewürz darstellt für sämtliche warme Speisen, aber auch für kalte, wie Melone mit Schinken, oder sogar für Desserts, wie Erdbeeren mit Sahne.
Den müsst Ihr unbedingt mal probieren, kann man sicher auch im Internet bestellen!!





Trotz der vielen Menschen gelang es uns , ein paar ungestörte Aufnahmen am Seeufer zu machen, die Kulisse war und bleibt wirklich ein Traum...

  



Nachdem wir alle Buden abgeklappert hatten, gönnten wir uns einen gemütlichen Apero, ohne den geht übrigens ab 17.00 im Tessin gar nichts, im angesagten Seven Easy, einem stylischen Restaurant direkt am See.  





Abends mussten wir uns dann entscheiden zwischen den vielen guten Restaurants in Ascona und Umgebung, von denen ich Euch jetzt meine Lieblinge vorstellen möchte:

Da wäre einmal das Baldoria in Ascona, eine Institution in Ascona, preiswert und einfach, mit jede Menge leckerem Essen, das einfach, ohne zu bestellen, auf den Tisch geknallt wird und bei der der Gast in Abständen 5,- Franken in einen Automaten werfen muss, damit das Licht anbleibt, auch die Unfreundlichkeit des Inhabers gehört cultmäßig mit zum Abend...eine filmreife Atmosphäre sage ich Euch.

Oder das urige Grotto Broggini in Losone, auch hier gibt es keine Speisekarte sondern die typisch Tessiner Gerichte, die halt gerade vom Koch an dem Tag und passend zur Saison rustikal und lecker zubereitet werden, von Carpaccio Moresco über Polenta con Carne bis Torta della Nonna.

Ein weiteres Muss ist sicherlich das Restaurant La Stazione im Bahnhof der Centovalli Bahn in Intragna, wo uns Adriana Broggini mit innovativen Kreationen aus der Tessiner Küche verwöhnt, genauso wie der Fernsehkoch Simone Bianchi in der Trattoria da Simone in Locarno.

Wem es mehr nach schicky micky und nach noch gehobenerer Küche ist, der wird sicher im Seven in Ascona, da Enzo im Centovalli (übrigens vor allem im Sommer auf der Terrasse an den Felsen ein Traum) oder in la chiesa oben in Orselina auf seine Kosten kommen.

Wir entschieden uns übrigens an dem Abend für das elegante la chiesa, mit seiner mediterranen und leicht asiatischen Küche, und feierten Leos Geburtstag nach, schlemmten wie die Königinnen und genossen den Abend, bei bestem Rotwein und Wildgerichten, in vollen Zügen.


Ausschlafen konnten wir allerdings am nächsten Morgen nicht, denn sonntags gehts natürlich schon früh auf den legendären mercato di Canobbio, auf der italienischen Seite des Lago Maggiore, ein riesiger Markt, der sich entlang der Seepromenade schlängelt.
Hier gibt es nichts, was es nicht gibt, und natürlich auch jede Menge Plagiate oder zumindest stark an Gucci, Hermes bis Louis Vuitton angelehnte Modelle und sogar ‚Frau von Welt’ erwischt man hier nicht selten, wie sie diskret mit dunkler Sonnenbrille getarnt eine, oder mehrere, Birkin Bags ersteht ?.
Ach ich liebe es, hier zwischen Pullovern, Sonnenbrillen, Taschen und viel Lebensmitteln aus der Region ungestört herumzustöbern.

  


Vom Markt mal abgesehen ist Canobbio ein zauberhaftes Seeörtchen, in das es sich auch von Ascona aus lohnt, mal ab und zu dort durch die malerischen engen Gässchen zu schlendern und danach seinen Prosecco am See zu trinken und die Landschaft und das italienische dolce far niente zu genießen.

  


Wer gerne Wein trinkt, sollte unbedingt in den alteingesessenen Weinhandel Casa Bava gehen, ein einmaliges Erlebnis di sicuro!

  



Am Nachmittag ging es zurück nach Ascona, übrigens auch die Autofahrt nach Canobbio, am See entlang auf schmaler Straße, rechts die Felsen, links direkt der See, ist spektakulär und schon dafür lohnt sich die Tour!
Und wer noch nicht genug hat von der italienischen Seite des Lagos, der kann einfach die Seestraße noch weiter fahren und erreicht Cannero, ein wirklich ebenso entzückendes Örtchen mit kleinem Hafen, idyllischen Restaurants und wunderschönen italienischen Momenten.



Erschöpft vom Markttrubel besuchten wir am Nachmittag eher geruhsam die wunderschöne Galerie einer Bekannten in Ascona und ließen den Tag plaudernderweise und mit vielen antipasti misti zu Ende gehen.

  



  



Montag war dann Lugano auf unserem Plan, traumhaft schön am Luganer See gelegen und zum eher sportlichen und deutschsprachig orientierten Ascona, eine sehr elegante und stark italienisch angehauchte Alternative.

  

Zu meinem Pflichtprogramm gehört dort bei jedem Besuch die Boutique Shuga wie auch mittags das japanische Restaurant Parq.
Bei ersterem wurde ich übrigens mit dem roten Samt Blazer, oben im Bild, auch direkt fündig ?.
Doch erschrocken machte mich der Anblick der vielen leeren Ladenlokale, vor allem in der edlen Via Nassa, übrigens Ähnliches beobachtete ich im Zentrum von Ascona, sicher der Nähe zu Italien und dem Euro geschuldet!
Trotzdem bleibt Lugano, die Bankenstadt des Tessins, für alle Belange immer ein Ausflug wert.



Am Dienstag erorberten wir dann zu 4 Freundinnen meine italienische Lieblingsstadt, das zauberhafte und super schicke Como am Comer See, I love it und nicht nur wegen den Clooneys?!!!!!

Und natürlich besuchten wir die schönen Geschäfte von Tessabit und A.Gelardoni, um über die modischen Highlights der Saison informiert zu sein.
Diesmal entdeckten wir noch ein sehr trendiges und recht preiswertes Geschäft namens Imperial, in denen diverse tolle Teile wie aus Zauberhand in unseren Tüten landeten.

Mittags kehrten wir wie immer in das entzückende Lokal Pane e Tulipani ein, saßen trotz des sommerlichen Wetters am lodernden offenen Kamin auf urigen Holzbänken, auf dem Tisch ein riesen Bottig mit frischen Tulpen, und genossen unser köstliches Tartar mit einem Prosecco aus der Region.

  


Auch bei Colombetta, einem stylischen Interieurgeschäft, muss ich jedes Mal reinschauen und komme selten ohne ein neues Wohnaccessoire wieder raus.



Und so könnte ich noch unzählige weitere interessante Läden, Restaurants aber auch Galerien und Sehenswürdigkeiten auflisten, Como ist einfach eine mehrtägige Reise wert und meine große Liebe...
Übrigens für die Schnäppchenjäger und Outletliebhaber unter Euch liefert im benachbarten Mendrisio das Fox Town das absoute Shoppingparadies auf italienischen Erden!
Nur wer Menschenmassen scheut, sollte beim Besuch vielleicht den Sonntag und Feiertage meiden...



So zurück zu uns,
am Mittwoch waren wir shopping- und site seeingmüde und gönnten uns einen Strandtag, ja Ihr hört richtig, im Oktober in der Schweiz lagen wir mit dem Badeanzug am Strand von Ascona und genossen die Sonne und den wunderschönen Blick auf den See und die Berge und kehrten natürlich in der stylischen Strandbar vom castello del sol auf ein kühles Wässerchen ein.



  


Am späteren Nachmittag schlenderten wir dann gemeinsam nochmals zum Abschied durch Ascona und besuchten meinen Lieblingsladen Lifestyle Ascona, von einer Holländerin geführt, mit flippiger Mode meist aus Amsterdam, und Leo, übrigens auch gebürtige Holländerin, und ich waren begeistert von den ausgefallenen Herbst-/Winter Kollektionen.


Wunderbare Tage sind zu Ende, ich habe wieder bewusst den hohen Stellenwert von wahrer Freundschaft gespürt, viel gesehen und erlebt und mich noch mehr in diese Region verliebt.
Ein riesiges Dankeschön gilt meiner lieben Leo und ihrer großen Gastfreundlichkeit.




Arrividerci mio bello Ticino, ci vediamo sicuramente presto...


Eure Bibi
Meine Hosen sind auf den Strich gekommen
Die gestiefelte Wiesn' Kätzin auf ihrer Premierenf...
 

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