Ein Toast auf unseren eigenen Style

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…er beschreibt uns auch ohne viele Worte.

Ich bin noch nach alter Manier, ‚als Frau bitte nur ja nicht auffallen’, erzogen worden und trug jahrzehntelang ‚Tarnkleidung’.
Also brav das, was halt gerade in Medien und im Freundeskreis angesagt war, um zwar ‚in’ und ‘zugehörig’ zu sein, aber ja nicht aus der Uniformitäts-Reihe zu tanzen.

Bewunderung für Mut in der Mode

Ich bewunderte im Stillen immer andere Mädels, die selbstbewusst einen ganz anderen, ihren ureigenen, Stil verkörperten und mutig gegen den Strom schwammen.
Egal wie die anderen darüber dachten und auch mit dem Risiko von Kritik und Ausgrenzung.

Mittlerweile habe ich aber dazu gelernt, geleitet von der eigenen Kreativität und dem Mut, doch authentischer meinem eigenen Geschmack zu vertrauen und meinen eigenen Weg zu gehen.
So verfolge und folge ich natürlich auch den aktuellen Modetrends, aber nicht mehr hörig und absolut, sondern differenziert und auf mich und meinen Stil abgestimmt und modifiziert.
Denn so richtig spannend wird es ja erst, wenn ich den ‘It Pieces’, von unzähligen Menschen auf der Welt zeitgleich getragen, meine individuelle Note verleihen kann, oft auch in der Kombination mit schon vorhanden älteren Kleidungsstücken oder Accessoires in meinem Schrank, die damit dann auch wieder eine ganz neue Wertigkeit bekommen.

Selbst Hand anlegen

Nicht selten passiert es auch, dass ich bei gewissen Teilen, die mittlerweile in die Jahre gekommen sind, Hand anlege, so zerreiße und kürze ich Jeans, nehme von Oberteilen Ärmel ab oder versehe beispielsweise ein eher langweiliges uni Jacket mit auffälligen Applikationen.

Diese Weste mit der großen Applikation auf dem Rücken und auch auf dem Revers vorne war übrigens vorher ein klassisch, uni dunkelblauer Blazer mit langen Ärmeln oder die Jeans unhatte keinerlei Gebrauchsspuren ?… Kreativität zählt

Bei allem lasse ich mich leiten von Emotionen, Kreativität, Erfahrungen, aber auch der Lust zu gewagteren Experimenten in der Kombination von Stil, Muster oder Materialien.

Gerade dieser Farb- und Mustermix ist der wenigsten Geschmack, doch gekonnt liebe ich ihn sehr und auch da habe ich gelernt, mich wohlwollend der kritischen Blicke auszusetzen.

Besondere Details machen die Musik

Genauso macht es mir großen Spaß, mit auffälligen Accessoires, ob Kette, Schal, Sonnenbrille, Tasche oder auch Schuhe gewisse Statements zu setzen, um einem schlichteren Look den letzten Pfiff zu verleihen.

Bei der Verwirklichung des eigenen Stils hilft mir natürlich die riesen Auswahl rund um Mode und rund um jedes Budget, egal ob in München oder Köln, meine Familie lacht oft, in welch skurilen Läden (vor allem in Köln) ich für wenig Geld Tolles finde oder bei Zara zusammen mit den Teenies in den hohen Kleiderhaufen wühle, aber genauso fröne ich meiner Liebe zu hochwertigem Design und bekannten Labels und bin da auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen.

So passiert es nicht selten, dass ich unter einem teuren Designerjacket von Dolce&Gabbana ein preiswertes Basicshirt von H&M oder zu einem Missoni Pullover einen witzigen Zara Rock trage.

Die eigene Stilfindung

Als einfach empfand ich übrigens meine eigene Stilfindung nicht.

Ganz im Gegenteil, es war ein mühsamer und langer Weg, gepflastert mit vielen modischen Irrwegen.
Sie sind alle auf alten Fotos knallhart dokumentiert und entlocken mir immer wieder beim Anschauen ein wohlwollendes, manchmal auch entsetztes, Lächeln.

Fehlkäufe

In dieser Zeit meiner modischen Entwicklung machte ich natürlich aus Unsicherheit heraus diverse und mein Portemonnaie schmerzende Fehlkäufe.

Ich folgte hörig den schlankmachenden Boutiquenspiegeln, der Überredungskunst so mancher Verkäuferin oder den Modedogmen der Saison.
Doch mit der Zeit wurde ich aus Fehlern klug und Familie und Freunde profitierten von kaum getragenen Kleidungsstücken.

Welcher Farbtyp bin ich?

Interessant war auch die Entdeckung und das Wissen um meinen Farbtyp, damit ich mit den richtigen Farben meinem Gesicht einen günstigen Teint verleihen kann.

Mein Mutter brachte mich darauf vor vielen Jahren.
Sie war ein klassischer kühler Frühlingstyp.
Doch beratungsresistent trug sie zeitlebens ihre goldig braunstichigen Erdtöne.
Ihr Teint und auch die jugendliche Ausstrahlung im Gesicht litt sehr darunter leider.

In Looks kaufen

Mittlerweile habe ich mir auch angewöhnt, in Looks zu kaufen oder zumindest schon die spätere Kombination vor meinem geistigen Auge zu haben.

Dies macht es für mich übersichtlicher und verhindert den zusammenhanglosen und teuren Erwerb von Einzelstücken, zu denen ich dann oft gar nichts Passendes besitze und wieder ergänzen muss.

Gerade bei Schnäppchen passierte mir das häufig.
Stolz wie Frau Oskar kam ich dann mit einem stark herabgesetzten aber völlig kontextlosen Teil nach Hause und am Ende wurde dieses Schnäppchen dann durch jede Menge Zukäufe teuer vergoldet…

Figurschmeichelnd stylen

Auch figürlich weiß ich mittlerweile, was mir eher schmeichelt und was ich dagegen besser meiden sollte.
Egal wie ‚in’ es gerade ist oder welch schicke Freundin dies gerade wunderbar und beneidenswert zur Show trägt.

 

Finger weg  vom Nachkaufen

Das Nachkaufen ist überhaupt eine heikle und meist frustrierende Angelegenheit.
Was dem Einen steht, sieht beim Anderen oft gar nicht gut aus, ob des Schnittes, der Farben oder auch des Stiles wegen.
So habe ich mir angewöhnt, den perfekten Look anderer zwar zu bewundern, aber die Finger davonzulassen.
Ganz nach dem Motto: ‚Style is what you create, not what you copy’.

Ich bin modisch ein Chamäleon

Oft wird mir gesagt, wohlwollend aber auch manches mal mit leichtem Unverständnis, ich würde so viele Stile verkörpern.
Sogar mein Mann erwähnte mal schmunzelnd, dass er mich auf der Straße oft nur von vorne wieder erkennen würde…
Darauf erwiderte ich schlagfertig, dass er sich doch glücklich schätzen könnte, so viele verschiedene Frauen an seiner Seite zu haben.

Die Freiheit zu haben, mich gerade in dieser Vielfältigkeit an Styles austoben zu können, immer mal wieder anders auszusehen und trotzdem mir und meinem Stil treu zu bleiben, genieße ich jeden Tag aufs Neue.

Ich wüsste noch nicht einmal, welchen Stil ich am meisten an mir mag, es ist bei mir stimmungs- aber auch umgebungsabhängig.

Aber auf die immer edle und leicht elegante Note lege ich bei allen Stilen wert.

Die Outfits müssen mit mir sprechen

 Hauptsache, ich fühle mich darin zu Hause und die ausgewählten Outfits sprechen mit mir, genauso wie ich mit ihnen…

Und gefallen muss ich am Ende nur mir, niemandem sonst!

Und wenn mich jemand kopiert, dann lächele ich … ist ja ein Kompliment.

Aber genauso freue ich mich über die Vielfalt an Individualität der Anderen, die mir großen Spaß macht und mich täglich wunderbar inspiriert.#

Ein Toast auf unseren eigenen Style

‚If you want to be original, be ready to be copied’.
Ich liebe diesen so wahren Spruch von Coco Chanel und stoße mit Euch an…
auf unseren eigenen Stil und unsere Liebe zur Mode, die uns alle verbindet.

Eure Bibi

p.s. Authentisch ist das neue sexy….

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