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Kein Botox gegen 'Lach'falten...

...die habe ich mir wirklich hart erarbeitet!

Heute Morgen beim Bäcker stand vor mir eine Dame nicht viel älter als ich, ihr Gesicht war maskenhaft geglättet und unterpolstert und das Dekoltee unnatürlich prall gefüllt...
Auf dem Nachhauseweg war ich sehr nachdenklich, fragte mich ernsthaft, ob dies der hohe Preis für die ewige Jugend sei und entschied, darüber einen Blogpost zu schreiben, der mal etwas ernster und kritischer ausfällt, als Ihr es bisher von mir gewohnt seid:

 


Wir werden zwar kalendarisch immer älter, aber wir bevorzugen sicher, ich zumindest, diese, leider unaufhaltsam steigende, Alterszahl nicht unbedingt 1:1 auf Stirn, Bauch oder Oberarmen geschrieben stehen zu haben.
Warum auch, demonstrieren uns doch unsere Film- und Fernsehsternchen unvergängliche Jugend, Sexappeal bis ins hohe Alter, straffe Haut, tolle Körper und einen allzeit strahlenden Teint.

Aber heißt das folglich für mich Paradigmenwechsel und ran ans Skalpell, der Spannkraft und ewigen Jugend wegen??
Muss ich also heutzutage der mich ärgenden Natur Paroli bieten und mich mit viel Geld, Schmerzen und gesundheitlichen Risiken wieder ins vermeintlich 'junge' Licht rücken lassen, um up to date zu sein?
Also nach dem Motto ‚wer jung und schön bleiben will, muss leiden’, um dem 'Selfiegewitter', genauso wie den eventuell mal versehentlich abschweifenden Blicken des Partners gegenüber jüngeren Damen oder dem Vergleich mit vermeintlich Schöneren standhalten, aber vor allem wieder zufriedener vor dem Spiegel stehen, zu können?

Aber mal Spaß und Ironie beiseite,
überall fördern und bewundern wir wohlwollend und mit großem Respekt die Fortschritte in Wissenschaft und Technik, warum nicht auch in der Schönheitschirurgie?
Ist es nicht faszinierend und erstrebenswert, optisch jung zu bleiben trotz schon höheren Alters?
Machen nur die Horrorbilder von misslungenen OP’s den immer noch umstrittenen Ruf der Schönheitschirurgie aus oder sind Schönheitskorrekturen einfach noch nicht salonfähig, wie mittlerweile der Gang zum Psychologen, obwohl uns in beiden Fällen doch die Amerikaner schon lange etwas ganz anderes vorleben?
Oder ist am Ende nur das Maß aller Dinge das Zünglein an der Waage und wäre alles im grünen Bereich, wenn es die Horror Szenarien von mutierten Barbiepuppen mit XXL aufgespritzten Schmollmündern und Michael Jackson Nasen nicht gäbe?

Also Brustvergrößerung von 0 auf A mehr als nachvollziehbar, wenn der Leidensdruck da ist, genau wie die Korrektur von Hasenscharte oder extremen Schlupflidern, etwas Hyaluronsäure in der Nasobial- oder Botox in der Zornesfalte längst schon toleriertes Tagesgeschäft, genau wie Gebissrundumerneuerungen oder dezente Faltenunterspritzung?
Würden vielleicht alle Kritiker zum Schweigen gebracht, wenn alle einfach nur verantwortungsbewusst mit dem eigenen Körper umgehen und gut überlegt abwägen würden, wo gezielt Skalpell oder Nadel uns und unserem Selbstwert Gutes tun und wo genau diese uns zum Verhängnis werden?

Ändern, was mich ganz persönlich vielleicht seit Langem stört, was ich vor allem aus eigener Kraft und Disziplin nicht verändern kann, vielleicht mich sogar zum Gespött anderer macht oder mich einfach in meinem Wohlbefinden und Selbstwert hemmt, kann ja eigentlich nichts Negatives sein.
Ändern, was ich, für mich ganz alleine nach eingehendem Abwägen des Für und Wider, verantwortungsbewusst und gelegt in kompetente medizinische Hände, entscheide, sollte ganz allein meine ureigene Angelegenheit bleiben.

Trotzdem sehe ich es irgendwie auch als eine gesamtgesellschaftliche Thematik an, die es sich lohnt, doch mal näher zu betrachten, denn das Schwimmen mit dem immer stärker werdenden 'Strom der ewigen Jugend' und die Orientierung nach Vorgaben und Vorbildern in Mode und Kosmetik (gerade durch die Bloggerei denke ich verstärkt über die Thematik nach), lässt uns doch leichtfertiger und unbewusst in gefährlichere Schönheits-Fahrwasser, mit dazu noch hohem Suchtpotential, geraten.
Und genau hier würde ich mir vielleicht noch mehr vorausschauende Vorsicht wünschen, auch auf Seiten der Ärzteschaft, und zwar mit tiefgehenderen Anamnesegeprächen, um die Antriebsmotoren vor allem für die größeren, aber auch in Qualität und Quantität kleineren, Eingriffe zu erkennen und gegebenenfalls auch die nötigen Hebel und Handbremsen anzusetzen.

Aber wie bei allem hat jede Medaille zwei Seiten und mit einem gesunden Selbstwertgefühl und genügend Liebe und Wohlwollen für uns und unseren Körper, aber auch für unser fortschreitendes Alter, würden wir vielleicht auch den operationswütigsten Ärzten schnell jeglichen Nährboden entziehen, oder was meint Ihr?

Ich werde immer wieder gefragt, was mein Geheimrezept für Figur und Haut sei und die Antwort ist immer die gleiche und für viele recht ernüchternd, denn sie lautet: viel Arbeit und noch mehr Disziplin!!

Von nichts kommt nichts, zumindest bei mir, habe ich doch sogar miserables Bindegewebe seitens meiner Mutter in die Wiege gelegt bekommen.
Als ich schon mit Mitte 40 merkte, dass die Vorboten der Wechseljahre anrückten, ich plötzlich bei gleicher Ernährung den Hosenbund nicht mehr zu bekam und die Haut immer mehr der Schwerkraft folgte, entschied ich mich, erstmal selbst Hand anzulegen und die Komfortzone zu verlassen, um zumindest das, was in meiner Macht liegt, zu tun, um gesund, fit, attraktiv und vor allem glücklich und zufrieden mit mir selbst meine ‚Schokoladenjahre’ zu durchleben.



Und ich bin immer wieder fasziniert, wie viel man doch aus ureigenen Ressourcen und Kräften heraus, auch erstmal ohne chirurgische Fremdeinwirkung, und auch ohne teure Kosmetik, erreichen kann...
so bin ich auch ein Verfechter meiner täglichen Beautyrituale, ob das Ganzkörperabbürsten, die Gesichtsmassage mit meinem geliebten Philipsgerät oder mein Kinnklopfen, nur um schonmal ein paar wenige zu nennen (diesen Beautyritualen werde ich übrigens einen eigenen Blogpost widmen😉...).

Trotzdem finde ich die ästhetische Chirurgie ein faszinierendes Fachgebiet und
warum nicht, wenn wir uns damit wohler fühlen, ein wenig Botox, gegen die manchmal extrem ausgeprägten Zornesfalten. 
Warum im Alter nicht auch ein wenig Hyaluron, wem die Nasobialfalten oder Augenrillen irgendwann doch zu ausgeprägt und mürrisch werden sollten, wozu ich beispielsweise extrem neige und und schon so einiges, mit mehr oder leider weniger Erfolg ausgetestet habe! 
Warum keine leichte Fillerbehandlung, wer halt einfach rundum etwas aufgefrischter aussehen möchte.
Oder warum kein Permanent Make Up, wenn die Augenbrauen lichter werden oder damit die Augen oder der Mund betont werden können ohne viel Make Up und vor allem ohne chirurgische Eingriffe, und auch hier möchte ich definitiv auf mein Augenbrauenpermanentmakeup nicht mehr verzichten, habe ich doch mit fortschreitendem Alter immer mehr Augenbrauenhärchen verloren.

Ausschlaggebend ist sicher gerade hier die Dosis, aber vor allem auch wie ich mich dabei fühle, und zwar nicht nur nachher, sondern vor allem vorher, denn ich bin fest davon überzeugt, dass nur eine glückliche Seele richtig entscheidet, was dem Körper, in dem sie ja wohnt, auch wirklich gut tut und wie jung erhalten dieser überhaupt sein möchte.


Immer noch denke ich über die heutige Begegnung beim Bäcker nach und ich frage mich, ob hinter solch extremen Eingriffen nicht vielleicht eine tiefe Unzufriedenheit steckt, treffen wir doch leider manchmal gerade in den schwierigeren Lebenssituationen vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen, in der Hoffnung auf Lösung unseres Problems, doch helfen Hyaluron oder Silikon wirklich dabei?
...oder dann doch lieber erstmal kurzfristig eine zusätzliche Shoppingtour einlegen (jetzt ahnt Ihr, wieso ich so viele Schuhe haben😀), zur verführerischen Tafel Vollmilch Nuss greifen oder mal nur auf die Gurkenmaske von Muttern zurückgreifen, kann alles auch schon Wunder wirken...und die weittragenderen medizinischen Entscheidungen nochmals in die Warteschleife legen und mit jemand Vertrautes in Ruhe darüber sprechen.


In diesem Kontext fallen mir übrigens spontan drei von mir sehr geschätzte Personen des öffentlichen Lebens ein,
da ist einmal Jane Fonda, die mit ihren 79 Jahren unglaublich gut ausschaut und bei der das 'Nachhelfen' für mich einfach mal gelungen ist,
mein absolutes Jugenidol Steffie Graf, die ihre wundervoll prägnante Nase ein Glück immer behalten hat und mit Stolz dazu steht, genau wie die Schauspielerin Jutta Speidel zu ihren liebevoll erfahrenen Falten im Gesicht.


Und am Ende kommt die wahre Schönheit, wie wir ja alle wissen, eh von Innen, abhängig von, Gott sei Dank, inoperablen Emotionen wie guter Laune, Zufrieden- und Gelassenheit, Dankbarkeit und vor allem ganz viel Liebe...für uns selbst, für die Anderen und unser Leben.
Locker mit uns und dem fortschreitenden Alter umzugehen, lieber auch mal einmal weniger als mehr in den Spiegel schauen (für uns Blogger sicher besonders schwer😉) und wohlwollend, aber auch bewusst, immer mal wieder die Einkehr suchen, egal ob beim Yoga oder beim Wandern auf den Berg, das ist auch ein wichtiges Geheimrezept gegen runterhängende Mundwinkel, für einen strahlenden Teint und vor allem für ein erfülltes Leben auch außerhalb der 50 und bis ins hohe Alter.



...denn diese damit verbundenen großen leuchtenden Augen, hochgezogenen Mundwinkel und wundervollen Lachfalten, kann der beste plastische Chirurg nicht her- oder wegzaubern, sondern nur wir selber und das noch ohne unser Portemonnaie zu belasten...


Kein Botox gegen Lachfalten...vielleicht kommt die Dame im Bäckersladen ja auch irgendwann darauf, ich würde es ihr wünschen.

Eure Bibi

 

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